Eines der schönsten Urlaubsländer ist Venezuela. Und damit meine ich nicht die Insel Isla Margarita, sondern das geheimnisvolle und aufregende Lateinamerika. Das wichtigste ist jetzt erst einmal, in Gedanken Europa zu Hause zu lassen und alles auf sich einwirken lassen und alles nehmen wie es kommt. Ändern kann man es sowieso nicht und hier geht nun mal alles anders und langsamer. Die Hauptstadt Caracas muss man nicht unbedingt gesehen haben, es sei denn, man ist wirklich auf ein Abenteuer aus und das kann böse enden.

Benzin ist in Venezuela so billig, dass es vorerst unklar ist, was man mit seinem Geld so alles anfangen kann. Also mieten wir uns erst einmal einen Jeep oder Kleinbus. Das ist günstiger, als wenn man eines dieser zusammengestückelten Autos nehmen würde. Die sind schon fast lebensgefährlich. Lebensmitteleis, Cola und Rum bekommt man an jeder Ecke und in jedem kleinen Ort gibt es Getränkeshops. Jetzt noch eine Kühlbox besorgen und dann geht das Abenteuer kann losgehen. Wir fahren mit dem Auto auf dem recht ordentlichen Straßennetz in Richtung Abenteuer und das führt uns in Richtung Salto Angel. Das ist der höchste Wasserfall der Welt. Er ist ca. 960 m hoch und kann nur von einem kleinen Flugzeug aus erreicht werden. Also fliegen wir in eine tiefe Schlucht hinein. Die Felsen rechts und links kommen immer näher und in der Ferne sehen wir ein Gewitter aufziehen. Angst braucht man eigentlich keine zu haben, die Piloten haben ihre Maschinen in Griff. Nur kann man leider nicht alles haben. Entweder schönes Wetter und wenig Wasser oder schlechtes Wetter und viel Wasser. Wenn wir diesen Ausflug geschafft haben, fahren wir weiter in Richtung Brasilien. Da wir schon einmal hier sind, versuchen wir, kurz über die Grenze zu kommen. Nicht immer ist das zu schaffen, kommt auf den Grenzer an und ob alle geforderten Impfungen vorhanden sind. In Brasilien wird Geldfieberimpfung verlangt und in Venezuela nicht. Aber der Versuch ist es wert. Jetzt kennen wir ja schon etwas von Venezuela und wir wollen ins Urwaldcamp. Wir setzten mit der Fähre über den Orinoko über und stellen das Auto in Boca de Uracoa ab, unser Gepäck unter und mit kleinem Gepäck geht es in einem kleinen Motorboot stundenlang den Orinoco entlang. An einem Seitenarm biegen wir ab und fahren wieder stundenlang. Hier sehen wir zum ersten Mal Flussdelphine. Zum Sonnenuntergang fahren wir nochmals Richtung Orinoco und bevor die Sonne untergeht, trinken wir auf dem Boot Colam mit Rum und springen vom Boot ins Wasser. Es ist einfach herrlich. Wir müssen uns beeilen, ins Camp zurückzukommen, es ist stockfinster. Nach dem Abendessen geht es auf Entdeckungstour mit dem Boot und einem Indianer. Nur mit einem Strahler bewaffnet findet er in der stockdunklen Finsternis Kaimane (klein) und Schlangen, die wir mit ins Boot nehmen und anfassen dürfen. Am nächsten Tag fahren wir Piranhas angeln, die wir dann grillen. Und schon heißt es wieder Abschied nehmen vom Camp, wir wollen ja nach viel von Venezuela sehen. Jetzt geht es weiter zur Guacharohöhle. Hier wurde Hitchcocks Film die Vögel gedreht. Schon zum fürchten in der Höhe, Wahnsinn, wie die Vögel kreischen. Und weil wir den Dschungel lieben, machen wir uns auf die Suche nach einem Schweizer, der wohl ehemals ein Söldner war und dort in Venezuela seit Jahren eine riesengroße Ranch und Goldminen hat. Hier sieht man zum ersten mal, wie wirklich Gold aussieht, das gerade aus der Erde geholt wird. Hier kann man auch in Hängematten übernachten und einige Tage im Urwald bleiben. Als Haustiere hat er Vogelspinnen. Da kann man schon mal seinen Mut beweisen. Leider wird es dann langsam mit der Zeit etwas eng, aber unbedingt muss man noch Wasserfälle Quebrade de Jaspe sehen. Das Flussbett besteht wirklich aus dem Edelstein Jaspe, wird aber nicht nur wegen den Touristen bewacht.